Laborwerte von A-Z: Alles mit Q


Quecksilber

Quecksilber ist ein giftiges Schwermetall, das eingeatmet oder über die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes aufgenommen wird und vor allem die Schleimhäute, die Nieren und das zentrale Nervensystem schädigt.

Akute Quecksilbervergiftungen sind selten. Die Quecksilberexposition am Arbeitsplatz, etwa in Industrie oder Landwirtschaft, ist mittlerweile gering. Bei Nahrungsmitteln kann vor allem Fisch quecksilberbelastet sein. Immer noch strittig ist die Bedeutung von Amalgamfüllungen: Nach heutigem Kenntnisstand bleibt die Belastung normalerweise deutlich unter dem Grenzwert, kann aber bei viel Kaugummi-Kauen oder nächtlichem Zähneknirschen erheblich ansteigen.

Grenzwerte

  • Blut: < 5 µg/l (< 25 nmol/l)
  • 24-Stunden-Sammelurin: laborabhängig

Indikation

Verdacht auf Quecksilbervergiftung (z.B. bei Industriearbeitern)

Hinweis

Der gelegentlich angebotene Amalgamtest aus Speichel (Kaugummitest) ist unzuverlässig.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Quickwert und INR

Der Quickwert ist ein Suchtest auf Gerinnungsstörungen. Er dient außerdem zur Überwachung einer gerinnungshemmenden Therapie mit Cumarinen. Da aber die Quickwerte verschiedener Labors nur unzureichend miteinander vergleichbar sind, wird hier zunehmend die INR (international normalized ratio) benutzt, die international standardisiert und weniger laborabhängig ist.

Normalbereich (Blut) [KLL; TLD]

  • Quickwert: 70–130 % (laborabhängig)
  • INR: 0,85–1,15

Indikation

  • Suchtest bei Blutungsneigung
  • Ausschluss einer Gerinnungsstörung vor operativen Eingriffen
  • Überwachung der Behandlung mit Cumarinen
  • Verlaufskontrolle bei schweren Lebererkrankungen und Vitamin-K-Mangel.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Behandlung mit Cumarinen
  • Schwere Lebererkrankungen mit verminderter Bildung von Gerinnungsfaktoren
  • Vitamin-K-Mangel
  • Angeborener Mangel an Gerinnungsfaktoren
  • Verbrauchskoagulopathie, gesteigerte Fibrinolyse.

Hinweise

Der Zielbereich (therapeutische Bereich) für den Quickwert bei einer Cumarinbehandlung liegt je nach gewünschtem Grad der Gerinnungshemmung bei 15–40 % (15 % = starke Gerinnungshemmung mit höherer Gefahr von Spontanblutungen, 40 % = mäßige Gerinnungshemmung mit geringer Gefahr von Spontanblutungen). Bei der INR liegt der Zielbereich bei 1,5–4,5, wobei hohe Zahlenwerte eine starke Gerinnungshemmung anzeigen.

Zur Selbststeuerung der Behandlung mit Cumarinen ist ein selbst durchführbarer Test ähnlich einer Blutzuckermessung verfügbar (Coaguchek®). Dieser kann nach einer Schulung den häufigen Gang zum Arzt zur Quick-Kontrolle ersparen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

News

Gefährliche Stoffe in Kinder-Sonnencremes
Gefährliche Stoffe in Kinder-Sonnencremes

Nicht immer unbedenklich

Eigentlich sollen Kinder-Sonnencremes vor allem eines: Die Kleinen schützen. Öko-Test zeigt nun: Manchmal sind die Cremes aber selbst ein Gesundheitsrisiko.   mehr

Sicher plantschen im Garten-Pool
Sicher plantschen im Garten-Pool

Damit kein Unglück passiert

Planschbecken und Framepools sprießen jetzt im Sommer wie Pilze aus dem Boden. Klar, was gibt es für Kinder Schöneres, als im eigenen Garten im Wasser zu plantschen? Damit kein Unglück passiert, sollten Eltern jedoch einige Sicherheitsaspekte beachten.   mehr

Kaffee lässt Cholesterin ansteigen
Kaffee lässt Cholesterin ansteigen

Auf die Brühmethode kommt’s an

Wer mit seinen Cholesterinwerten kämpft, sollte sich beim Kaffee zurückhalten – und sich bewusst für eine Zubereitungsmethode entscheiden. Denn es macht durchaus einen Unterschied, ob man einen Espresso, French Press oder Filterkaffee genießt.   mehr

Kortison in der Selbstmedikation
Kortison in der Selbstmedikation

Keine Angst vor Nebenwirkungen

Bei der Anwendung von Kortison fürchten viele Anwender Nebenwirkungen. Ob die Sorge bei der Selbstmedikation berechtigt ist, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.   mehr

Zäpfchen richtig anwenden
Zäpfchen richtig anwenden

Alternative zu normalen Tabletten

Nicht nur bei Kindern ist die Anwendung von rektalen Zäpfchen oft sinnvoll. Leiden Erwachsene etwa an starkem Brechdurchfall, bleiben normale Tabletten nicht lang genug im Magen-Darm-Trakt, um zu wirken.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Neue Pößnitz-Apotheke
Inhaber Holger Kromnik
Telefon 035754/6 08 80
Fax 035754/6 08 81
E-Mail info@np-apotheke-schipkau.de